Reinhard Stille mit Schülern auf musikalischer Reise

Reinhard Stille mit Schülern auf musikalischer Reise

Die Schule als Klangraum-Projekt

Die Grundschule Mulsum-Kutenholz wurde jetzt an zwei Unterrichtstagen zu einem Klangraum umfunktioniert.

Grund: Reinhard Stille, Klangkünstler aus Steyerberg bei Nienburg, nahm die Schüler der ersten bis vierten Klassen auf eine Reise in die Musiktraditionen fremder Länder und Kulturen mit.

Die Vorführungen sind als Ergänzungen des Musikunterrichtes gedacht. „Ihr werdet Klänge entdecken, die Ihr vorher noch nie gehört habt“, versprach Stille den Kindern, bevor er sie in Aufbau, Herkunft und Geschichte verschiedener Instrumente einführte. Stille spielt ohne Noten, ausschließlich intuitiv. Melodien und Rhythmen entstehen erst beim Spielen. Dabei lässt er sich von augenblicklichen Stimmungen und Impulsen leiten. Die Schüler forderte er auf, die Augen zu schließen, in die Klänge hinein zu spüren und sich den Tönen ganz hinzugeben. Nur durch das Hören und durch die Empfindungen sollten sie zugeordnet werden. Meeresrauschen oder Donner erkannten die Kinder spontan. „Es gibt tiefe erdverbundene Töne und hohe luftige, die lange nachschwingen“, erklärte der Klangkünstler. Die Grundschüler waren beeindruckt.

Fasziniert lauschten sie den Ausführungen und den vielen verschiedenen Klängen, die Stille den Instrumenten entlockte. Einige von ihnen sahen die Mädchen und Jungen zum ersten Mal. Da gab es unter anderem die Schlitztrommel aus Afrika, eine Wölbbrettzither aus China, einen südamerikanischen Regenstab, eine karibische Steeldrum oder das Didgeridoo und das Schwirrholz aus Australien.

Höhepunkt des Workshops ist jedes Mal das gemeinsame Spielen an der großen Ritualtrommel, an der bis zu 16 Personen gleichzeitig Rhythmen entstehen lassen können.

Seit 30 Jahren sammelt Stille, der seit 1987 als selbstständiger Kunsthandwerker im Bereich Keramik tätig ist, Instrumente aus aller Welt. Sein Anliegen ist es, „den Menschen Mut zu machen, ihr schöpferisches Potenzial zu entdecken“. Besonders Kindern und Jugendlichen, „die gerade in dieser Zeit von äußeren vorgefertigten Bildern überflutet werden“, möchte er die Möglichkeit bieten, eigene Empfindungen zu entwickeln.

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